Jugendliche, die am Mobilitätsprogramm der berufsbildenden Schulen teilnehmen, machen 6 Prozent eines Ausbildungsjahrgangs in Hamburg aus. Damit liegt Hamburg deutlich über dem Bundesdurchschnitt (3 Prozent) und hat die von der Europäischen Kommission für das Jahr 2020 angestrebte Zielmarke von sechs Prozent bereits jetzt erreicht – Tendenz steigend. Schulsenator Ties Rabe begrüßt diese erfreuliche Entwicklung: „Unser Ziel ist es, Auslandsaufenthalte zu einem festen Bestandteil der Berufsausbildung zu machen. In einer globalisierten Wirtschaft tragen wir alle Verantwortung dafür, dass junge Menschen bestmöglich auf einen internationalen Markt vorbereitet werden.“
Rabe weiter: „Es ist wichtig, dass junge Menschen während ihrer Ausbildung Verständnis für andere Arbeitswelten und Kulturen gewinnen. Indem sie Praktika im Ausland absolvieren, nehmen sie zudem Einblick in andere Technologien und Arbeitsprozesse. Sie werden selbstsicherer, weltoffen und sensibel für Vielfalt. Das ist auch für den internationalen Wirtschaftsstandort ein großer Gewinn. Ich freue mich, dass viele junge Menschen diese Chance wahrnehmen.“
Rund 800 Auszubildende im zweiten Ausbildungsjahr nahmen im vergangenen Jahr im Rahmen des Mobilitätsprogramms an mehrwöchigen Auslandspraktika teil. Fast alle berufsbildenden Schulen in Hamburg sind beteiligt und führen weltweit verschiedene Mobilitätsprojekte durch. Dabei sind in den letzten Jahren intensive Partnerschaften und Kooperationen mit ausländischen Berufsbildungseinrichtungen, Unternehmerverbänden und einzelnen Betrieben gewachsen. Ein Großteil der Auslandsaufenthalte (56 Prozent) ist im Rahmen des Leonardo da Vinci-Mobilitätsprogramms der Europäischen Union (EU) finanziert. Die Organisation der Projekte in Hamburg wird zudem durch den Europäischen Sozialfond unterstützt. Der Kooperationspartner Arbeit und Leben e.V. verfügt dafür über ein weltweites Netzwerk von Partneragenturen und Kontakten zu Unternehmerverbänden, Kammern und Ausbildungseinrichtungen. Darüber hinaus bieten viele Ausbildungsbetriebe und international tätige Unternehmen berufsbezogene Auslandsaufenthalte für ihre Azubis an.
Neben den Betriebspraktika sind häufig auch fachbezogene Sprachkurse und Besuche von Berufsbildungseinrichtungen Teil der Mobilitätsprogramme. Übereinstimmend wird von den jungen Teilnehmern bestätigt, dass sie dadurch selbständiger, selbstsicherer und sicherer im Umgang mit internationalen Geschäftspartnern werden. Sie gewinnen an Flexibilität und Teamfähigkeit. Kurz: Sie wissen, dass sie mit neuen Herausforderungen klar kommen können. Diese Fähigkeiten werden ebenfalls von den heimischen Ausbildungsbetrieben sehr geschätzt. Die Kammern und Unternehmerverbände in Hamburg unterstützen daher das Mobilitätsprogramm.
Um die Akzeptanz von Auslandspraktika in der Wirtschaft weiter zu erhöhen, können künftig mit Hilfe des European Credit System for Vocational Education and Training (ECVET) Lerneinheiten für Auslandspraktika formuliert und später zertifiziert werden. Damit könnten Auslandspraktika auch für die berufliche Ausbildungszeit angerechnet werden.
Weitere Informationen zu Auslandsprojekten im Rahmen der beruflichen Ausbildung:
Christiane Schadow, Transnationale Mobilität, Hamburger Institut für Berufliche Bildung
E-Mail: [email protected]
(Quelle: Pressestelle des Senats)
