Die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltungsreihe CHINA TIME ging am Samstag, dem 25. August zu Ende. 16 Tage lang präsentierte die Metropolregion Hamburg mit über 200 Veranstaltungen ihre europaweit einzigartige China-Kompetenz. Allein der eigens für CHINA TIME konzipierte Chinesische Markt von Roncalli, flankiert von einem Kupferdrachen der Aurubis AG, lockte vom 3. bis 12. August rund 750.000 Besucher auf den Hamburger Rathausmarkt. Und auch das Drachenbootfestival „Enter the Dragon“ (11./12. August) mit 31 Starterteams, darunter viele Hamburger Firmen und ein Team aus Hamburgs Partnerstadt Shanghai, zog Tausende Zuschauer an die Binnenalster.
Diesjähriger Kooperationspartner von CHINA TIME war aus Anlass des Chinesischen Kulturjahres in Deutschland 2012 das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF). Die Festival-Intendanz meldete am vergangenen Freitag eine überwältigende Resonanz des Publikums auf den Länderschwerpunkt China. Insgesamt seien rund 111.000 Besucher zu den Konzerten des SHMF an 49 Orten gekommen. Das entspreche einer Platzauslastung von 83 Prozent. 59 von rund 140 Konzerten waren ausverkauft, 25 Konzerte fanden im „spielraum hamburg“ statt. Zum festlichen Auftakt von CHINA TIME 2012 am 9. August 2012 hatte das SHMF die Peking Oper „Im Wald der wilden Schweine“ im Hamburger Thalia Theater gezeigt. Schon Wochen vorher waren die Karten für die zwei Vorstellungen ausverkauft.
Neben einem breiten Angebot an kulturellen Programmpunkten gab es auch Veranstaltungen, in denen kritisch-distanziert über Geschichte und Gegenwart Chinas berichtet und diskutiert wurde, so zum Beispiel bei der Lesung der Schauspielerin Katharina Schütz „Ich suche die Freiheit“ am 12. August im Abaton Kino mit Texten des chinesischen Exil-Autors Liao Yiwu, des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo, des Konzeptkünstlers Ai Weiwei, der tibetischen Autorin Tsering Woeser und des uigurischen Poeten Numuhemmet Yasin.
Im Anschluss wurde der Dokumentarfilm „AI WEIWEI NEVER SORRY“ von Alison Klayman gezeigt. Veranstalter waren die Tibet Initiative Deutschland e.V. und die Gesellschaft für bedrohte Völker. Am 13. August stellten die Veranstalter im Abaton Kino außerdem den Film „Der kurze Frühling von Peking“ des langjährigen ARD-Korrespondenten Jürgen Bertram vor und befassten sich bei einem anschließenden Gespräch mit Berichten von Exilchinesen und Erinnerungen von Betroffenen. In der Podiumsrunde im Chinesischen Teehaus am 18. August ging es um „Chinesische Kunst und Gesellschaft“ u.a. mit dem Internationalen Korrespondenten der ZEIT, Matthias Naß, dem Schweizer Kunstsammler Uli Sigg, dem Architekten Meinhard von Gerkan und dem Künstler Shan Fan.
Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz: „Ich freue mich, dass zu CHINA TIME Hamburg 2012 so viele Akteure zusammengekommen sind, um sich auszutauschen, zu diskutieren und zu informieren. Wir wollen, dass in Hamburg unterschiedlichste Stimmen und Perspektiven zu China zu Wort kommen. CHINA TIME ist hierfür die ideale Plattform. Die hohen Besucherzahlen bei einzelnen Veranstaltungen von CHINA TIME belegen, wie groß das Interesse an China ist – ich bin überzeugt, dass das so bleiben wird. Ich danke allen beteiligten Veranstalterinnen und Veranstaltern für ihr Engagement.“
Einige Veranstaltungen laufen noch über CHINA TIME Hamburg 2012 hinaus, so zum Beispiel die Ausstellung „Eine andere Moderne“ im Kunsthaus Hamburg mit Tusche-Bildern einer jüngeren Künstlergeneration Chinas, die bis zum 16. September 2012 zu sehen ist und das Hongkong Filmfestival im Metropolis Kino mit zeitgenössischen Hongkong-Filmen, das bis 29. August 2012 stattfindet.
(Senat Aktuell Hamburg, Grafik: Diesjähriges Plakat zur CHINA TIME)
