Im Dezember 2010 ist die EG-Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) in Kraft getreten. Diese verpflichtet alle Staaten der Europäischen Union, die Gewässer bis zum Jahr 2015 in einen guten ökologischen und chemischen Zustand zu bringen. Für erheblich veränderte Gewässer, wie sie in Hamburg vorherrschen, heißt das Qualitätsziel: Gutes ökologisches Potential! Ein Teilziel der EG-WRRL ist es, die Durchgängigkeit von Gewässern wieder herzustellen, so dass Fische und andere aquatische Lebewesen jeden von ihnen benötigten Lebensraum erreichen können (z.B. Laichgebiete in den Oberläufen der Gewässer).
Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, Jutta Blankau: „Gutes ökologisches Potential für Alster und Elbe: Das bedeutet mehr als sauberes Wasser. Die Wasserqualität ist dank moderner Kläranlagen und zahlreicher weiterer Umweltschutzmaßnahmen wieder so gut, dass ortstypische Fische darin leben können. Jetzt gilt es, das ökologische Gleichgewicht, die Strukturvielfalt und den Artenreichtum wieder herzustellen. Die neuen Fischtreppen sind ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.“
Hamburg baut zwei neue Fischwanderhilfen, eine an der Rathausschleuse und eine an der Mühlenschleuse (Nikolaifleet). Die Umsetzung der Baumaßnahme ist für den Zeitraum von Dezember 2012 bis Frühjahr 2013 geplant. Mit der Planung hat die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt den Landesbetreib Straßen, Brücken und Gewässer beauftragt. Die Gesamtbaukosten betragen voraussichtlich ca. 1,3 Mio €. Ein Antrag auf EU-Fördermittel wird gestellt.
Fischaufstiegshilfen an Rathaus- und Mühlenschleuse
Die Rathausschleuse wurde 1845/1846 gebaut, um den Pegelstand der Alster zu regulieren und die erste Elbe-Alster-Schifffahrtsverbindung herzustellen. Für Fische besteht in der heutigen Zeit hier die beste Möglichkeit, von der Elbe in das Gewässersystem der Alster mit ihren Nebengewässern zu gelangen. Das gilt unter anderem für Aale, Brassen, Stichling, Hecht, Moderlieschen, Rotauge, Ukelei und viele andere Fischarten, die inzwischen wieder in Elbe und Alster zuhause sind.
Die Kombination mit der Mühlenschleuse hat sich bei der Überprüfung aller Möglichkeiten als die am besten zu realisierende Variante herausgestellt. Da das vorgelagerte Sperrwerk zum Nikolaifleet nur selten geschlossen werden muss, ist der Zugang zum Nikolaifleet für Fische offen. Zudem wäre ein Zugang in das Alstersystem an der Schaartorschleuse, der für Fische ebenfalls gut auffindbar wäre, mit der dort erforderlichen hohen Deichsicherheit nicht vereinbar gewesen.
Neubau Mäanderfischpass im Zuge des Umbaus der Fuhlsbütteler Schleuse
Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer baut derzeit im Auftrag der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt die Fuhlsbütteler Schleuse um. Der Umbau war notwendig geworden, da die Standsicherheit des Bauwerkes langfristig nicht mehr gesichert war. Die Baumaßnahme ist im April 2011 begonnen worden.
Zur Umsetzung eines wesentlichen Zieles der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) – der Herstellung einer ökologischen Durchgängigkeit des Gewässers für Fische und Kleinlebewesen – wird ein Mäanderfischpass in die neue Anlage integriert. Der Bau des Fischpasses wird mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds bezuschusst. Die neuen Wehrklappen und der Fischpass sollen im September 2012 hergestellt werden. Die gesamte Baumaßnahme wird voraussichtlich Anfang 2013 abgeschlossen sein. Die Gesamtbaukosten werden rd. 10 Mio € betragen.
(Polizei Hamburg)
