Mehr als 100 ehrenamtliche Helfer beteiligen sich regelmäßig an Zählungen, um die in Hamburg brütenden Vögel zu erfassen

Mehr als 160 Vogelarten brüten in Hamburg: vom Spatzen, Mauersegler und dem Eisvogel in der dichtbesiedelten Innenstadt bis hin zu seltenen Arten wie Kranich und Blaukehlchen in den naturnahen Landschaften am Stadtrand. Damit gehört die Hansestadt zu den vogelreichsten Großstädten Europas.

50 Jahre ist es her, dass engagierte junge Menschen aus dem Deutschen Jugendbund für Naturbeobachtung (DJN) und dem damaligen Deutschen Bund für Vogelschutz eine Arbeitsgruppe ins Leben riefen, die sich mit umfassenden und tiefgehenden Fragestellungen der Hamburger Vogelwelt beschäftigen wollte. Damit war der „Arbeitskreis an der Staatlichen Vogelschutzwarte“ geboren. Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt feiert seinen 50. Geburtstag bei einem Festakt, zu dem Gründungsmitglieder, aktive oder ehemalige Mitglieder und Begleiter des Arbeitskreises eingeladen sind. Das Grußwort wird der Staatsrat für den Bereich Umwelt, Holger Lange, sprechen.

Termin: Donnerstag, 6. September, 17.00 Uhr

Ort: Patriotische Gesellschaft; Trostbrücke 4-6

Bereits das erste Arbeitsprogramm des Arbeitskreises von 1962 sah vor, sich mit Fragen der Siedlungsdichte von Vögeln, der Verstädterung, der Vogelbiotope, des Vogelzuges sowie mit Übersichtsdarstellungen zum Status einzelner Vogelarten zu beschäftigen. Das ist bis heute so geblieben. Allerdings sind neue Aufgaben hinzu gekommen wie zum Beispiel die Mitarbeit bei der derzeitigen Ausweisung neuer Windenergieflächen: Mit Hilfe der flächendeckenden Datengrundlage konnten großräumige naturschutzfachliche Bewertungen vorgeschlagener Teilflächen vorgenommen werden und insoweit eine sinnvolle Flächenauswahl getroffen werden, die den notwendigen Zuwachs an erneuerbaren Energien erlaubt ohne Vogellebensräume in erheblichem Ausmaß zu beeinträchtigen.

Die inzwischen etwa 1,5 Mio. Datensätze umfassende Datenbank, an denen über die Jahre weit über 100 ehrenamtliche Beobachter mitgewirkt haben, mündeten in verschiedenen Veröffentlichungen. Stellvertretend für das Engagement vieler Ehrenamtlicher steht Vogelbeobachter Werner Steppan, der regelmäßig tagsüber, aber auch nachts die weitläufige Wiesenlandschaft nördlich von Fischbek und Neugraben aufgesucht hat. Er fand dort u.a. den Wachtelkönig als regelmäßigen Brutvogel. Auf der Basis der Daten, die er als versierter Freizeitornithologe über Jahre dort gesammelt hatte, wurde das rund 850 ha große Gebiet schließlich als Naturschutzgebiet „Moorgürtel“ ausgewiesen und als EG-Vogelschutzgebiet nach Brüssel gemeldet.

(Senat Aktuell Hamburg)

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