Kunst- und geschichtswissenschaftliche Perspektiven auf gesellschaftliche Erschöpfung am 10. und 11. Mai 2012 in der Hamburger Kunsthalle: Als öffentliche Personen und Rollenvorbilder spiegeln Helden in besonderem Maße die Optimierungsversuche ihrer jeweiligen Gesellschaften. Anlässlich der Ausstellung Müde Helden gibt es am 10. Mai einen abendlichen Vortrag und am 11. Mai einen ganztägigen Workshop, zu dem die Hamburger Kunsthalle Referenten aus den Bereichen der osteuropäischen Geschichte, der Literaturwissenschaft und der Kunstgeschichte eingeladen hat, um die Figuren des Helden und der Heldin zu betrachten. Die Vorstellungen vom ‚Neuen Menschen’ im frühen 20. Jahrhundert schufen rhetorisch, literarisch und bildlich wirkungsmächtige Identifikationsangebote. Die Heldenkulte der sozialistischen Gesellschaften liefern hierfür bezeichnende Beispiele. Das Interesse der Referenten gilt den Körpern der Helden und ihren medialen Figurationen. Es geht aber auch um den Platz von Krisen- und Extremsituationen sowie Erschöpfungszuständen in Kunst und Medien.
Die Kunst- und geschichtswissenschaftliche Perspektiven auf gesellschaftliche Erschöpfung beginnen am Donnerstagabend mit Prof. Dr. Gaßner, Direktor der Hamburger Kunsthalle, und seinem Vortrag „Von Traumbildern und müden Helden“.
Die Ausstellung Müde Helden. Ferdinand Hodler – Aleksandr Dejneka – Neo Rauch wird bis zum 13. Mai 2012 in der Hamburger Kunsthalle präsentiert. Sie zeigt das Schaffen des international anerkannten Malers Neo Rauch (*1960) erstmals in einem historischen und kunsthistorischen Zusammenhang. Zudem bietet sie die Gelegenheit, das Werk des in Russland hoch geschätzten Aleksandr Dejneka (1899-1969) zu entdecken, der mit wichtigen Gemälden vertreten ist, die zum ersten Mal in Deutschland zu sehen sind. In thematisch geordneten Bezügen zu einer Werkgruppe ihres modernen Vorläufers Ferdinand Hodler (1853-1918), erschließt sich die historische Entwicklung vom ‚Neuen Menschen‘ um 1900 zum zeitgenössischen ‚Müden Helden‘.
Vortrag und Workshop sind eine Kooperation der Hamburger Kunsthalle und der Professur für osteuropäische Geschichte (Forschungsbereich Bildwelten im Sozialismus) der Universität Hamburg.
Vortrag und Workshop zur Ausstellung Müde Helden
Vortrag: Donnerstag, 10. Mai 2012, 19 – 21 Uhr
Redner:
- Prof. Dr. Hubertus Gaßner (Hamburger Kunsthalle)
Dr. Sandra Dahlke (Deutsches Historischen Institut Moskau)
Moderation:
Prof. Dr. Monica Rüthers (Osteuropäische Geschichte, Universität Hamburg)
Teilnahme: 3 € (zzgl. Eintritt)
Workshop: Freitag, 11. Mai 2012, 10 – 17 Uhr
Referenten:
- Dr. Isabelle de Keghel (Osteuropäische Geschichte, Universität Konstanz)
Dr. Julia Richers (Osteuropäische Geschichte, Universität Basel)
Monika Wucher (M. A., Kunstgeschichte, Hamburg)
Aglaia Wespe, M. A. (Osteuropäische Geschichte, Universität Basel)
Dr. Marina Dmitrieva (Kunstgeschichte, GWZO Leipzig)
Lena Unbehauen (Slavistik, Universität Hamburg)
Dr. Carmen Scheide (Osteuropäische Geschichte, Universität Basel)
Prof. Lene Markusen (Zeitbezogene Medien, HfBK Hamburg)
Dr. Christine Goelz (Slavistik, GWZO Leipzig)
Moderation:
- Dr. Daniel Koep (Hamburger Kunsthalle)
Prof. Dr. Anja Tippner (Slavistik, Universität Hamburg)
Teilnahme nur mit Anmeldung unter: [email protected]
5 € (zzgl. Eintritt), Studierende frei
Das Ausführliche Programm finden Sie unter www.hamburger-kunsthalle.de.
(Quelle: Presse Hamburger Kunsthalle)
