Ostseetage: Veranstaltung zu Forschungsinfrastrukturen und -kooperationen

Am Nachmittag des 25.04.2012 fand in der Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg in Berlin im Rahmen der Ostseetage eine Veranstaltung zum Thema: „Forschungsinfrastrukturen und -kooperationen im Ostseeraum: Chancen und Herausforderungen regionaler Entwicklung durch transnationale Kooperation“ statt.

Auf Einladung der Zweiten Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft und Forschung der Freien und Hansestadt Hamburg, Frau Dr. Dorothee Stapelfeldt, des EU-Projekts SCIENCE LINK und des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (DESY) kamen Mitglieder des Deutschen Bundestages, der Fachministerien sowie zahlreiche Gäste aus den Staaten der Ostsee zusammen.

Nach Begrüßung durch Frau Dr. Stapelfeldt, Herrn Gerhard Almer (Botschafter und Leiter des Arbeitsstabs „Deutsche Präsidentschaft des Ostseerates 2011/2012“) und Herrn Dr. Georg Schütte (Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung) zeigten die Teilnehmer der anschließenden Podiumsdiskussion in kurzen Impulsreferaten verschiedene Aspekte der Forschungskooperation im Ostseeraum auf.

Einen Beitrag leistete Herr Anders Lindholm von der Generaldirektion Regio der Europäischen Kommission, der maßgeblich an der Entwicklung der EU-Ostseestrategie mitgewirkt hat. Mit ihrer Expertise über die deutsch-schwedische Zusammenarbeit stand Frau Prof. Dr. Inger Andersson, Schwedische Universität für Landwirtschaftswissenschaften in Uppsala, zur Verfügung.

Herr Dr. Marco Kirm, wissenschaftlicher Direktor des Physikalischen Institutes der Universität Tartu in Estland, stellte SCIENCE LINK als ein Projekt der EU-Strategie für den Ostseeraum, das die Zusammenarbeit zwischen Großforschungseinrichtungen und Unternehmen stärken soll, vor. Beteiligt sind 17 Partner aus allen acht Ostseeanrainerstaaten sowie ein assoziierter Partner aus Russland. Im Rahmen des Projekts loben Großforschungseinrichtungen Messzeiten und Service für gewerbliche Nutzer aus. „Ziel des Projekts SCIENCE LINK ist es, die Innovationsfähigkeit des Ostseeraumes zu stärken.“, so Herr Dr. Marco Kirm.

Herr Prof. Dr. Helmut Dosch, Direktor des DESY in Hamburg, verwies auf die Notwendigkeit einer abgestimmten Struktur von Großforschungseinrichtungen und Partnerinstitutionen. Nur so sei es möglich, die vielen Anwendungsgebiete moderner Messmethoden an Großforschungseinrichtungen, die von den Material- und Nanowissenschaften bis zu den Lebenswissenschaften und Pharmazie reichten, in der Makroregion optimal zu nutzen. Die gegenwärtig errichteten sowie die geplanten Großforschungseinrichtungen in Hamburg, Lund und St. Petersburg eröffneten einzigartige Chancen für eine Wissensregion und seien in der Forschung, Ausbildung und Innovation tragende Pfeiler. Mit der begonnenen wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Schweden, Russland und Deutschland würden die ersten Schritte getan.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren sich darüber einig, dass der Ausbau des Netzwerkes von Forschungsinfrastruktur, Universitäten und regionalen Kompetenzzentren zu dem Zweck, potentielle Nutzer über die Möglichkeiten der Forschung an den Großforschungseinrichtungen zu informieren und Wissen transferieren, für eine gute Entwicklung der Ostseeregion unerlässlich ist. Zur Umsetzung dieser Vision sei es notwendig, Politiker und Stellen, die nationale Mittel oder EU-Mittel für die Regionalentwicklung verwalten, Universitäten, nationale Forschungsministerien, Vertreter der forschenden Unternehmen und der Großforschungseinrichtungen in die Diskussion einzubinden.

„Die Forschung übernimmt im Hinblick auf die Entwicklung der Ostseeregion eine Schlüsselrolle.“, so Frau Dr. Stapelfeldt. Sie führte weiter aus, dass die Tatsache, dass der Ostseeraum über 100 Universitäten und Forschungseinrichtungen beheimate, ein Beleg für das große Wissens- und Innovationpotential der Region sei. Das EU-Projekt SCIENCE LINK sei beispielhaft für gelungene Kooperation von Forschung und kommerziellen Nutzern. Um die Positionierung der Ostseeregion im globalen Wettbewerb langfristig zu sichern bzw. zu erhöhen, müsse die Zusammenarbeit im Bereich der Forschung weiter gestärkt werden.

Durch die Veranstaltung führte Herr Udo Biss, Moderator der NDR-Sendung „Ostsee Report“.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:

Dr. Uwe Sassenberg, Science Link Projektleiter

Telefon: 040 8998 4891

Mobil: 0172 42022112

Email: [email protected]

(Quelle: Pressestelle des Senats)

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