Zum letzten Mal in dieser Spielzeit – am 5. Mai um 19 Uhr sowie am 22. Mai um 20 Uhr im Thalia in der Gaußstraße (Garage) wird My Life as a Terrorist präsentiert. Nach einem Film von Alexander Oey und in der Regie von Ali M. Abdullah, mit Alexander Simon und Tom Buhrow. „Es ist der Charme dieses ungleichen Darstellerduos, gipfelnd in einem von Simon geschmachteten Bluessong mit Buhrow an der Gitarre, der diesen Abend zu einem performativen Ereignis werden lässt.“ Hamburger Abendblatt
Der neue Einzug des Dokumentarischen in das Theater ist der Ausgangspunkt dieses Theaterabends, bei dem Tom Buhrow, Moderator der Abendnachrichten, dem Schauspieler Alexander Simon gegenüber steht und aus seiner objektiven, heutigen Sicht versucht, die „Rückkehr in die Menschlichkeit“ in der Geschichte des Terroristen Hans-Joachim Kleins nachzuvollziehen.
Der Anfang dieses bewegten Kapitels deutscher Geschichte ist Frankfurt am Main in den 60er Jahren, neben Berlin das Zentrum der 68er-Studentenrevolte gegen das „Establishment“. Gemeinsam mit seinen Weggefährten Joschka Fischer und Daniel Cohn-Bendit übte auch der Schlosser Hans-Joachim Klein in der „Putzgruppe“ für den bewaffneten Kampf gegen das „Schweinesystem“. Seine ehemaligen Kampfgenossen machten schnell ihren Frieden mit dem vormals so verachtenswerten System und traten den langen Marsch durch die Institutionen an. Klein hingegen machte Ernst: Am 21. Dezember 1975 stürmen sechs Terroristen gewaltsam den Konferenzraum der OPEC-Hauptgeschäftsstelle in Wien und nehmen siebzig Minister als Geiseln. Drei Menschen kommen ums Leben, die Terroristen entkommen nach Algerien. 23 Jahre später stellt sich der bis dahin untergetauchte Hans-Joachim Klein freiwillig der Polizei.
Aus der Dokumentarfilm-Dramaturgie mit historischen Schauplatzbesuchen wird in der Inszenierung von Ali M. Abdullah ein Live-Interview, die der Frage nachgeht, wie Klein zum Spielball politischer Mächte wurde, ohne jemals die Hintergründe zu durchschauen.
Produziert wurde My Life As A Terrorist von der Garage X, Wien. GARAGE X steht seit zwei Jahren unter der neuen künstlerischen Leitung von Ali M. Abdullah und Harald Posch. Seither positionierte sich die Spielstätte GARAGE X als Verhandlungsraum zentraler gesellschaftlicher Gegenwartsfragen und als Plattform für freie Regiepositionen.
Eintritt 20 Euro / ermäßigt 9 Euro
Karten 040. 32 81 44 44 / www.thalia-theater.de
(Quelle: Presse Thalia Gaußstraße, Copyright Foto: GARAGE X)
