Ein kleiner Überblick über die drei großen Ausstellungen im Mai in der Hamburger Kunsthalle: Müde Helden. Ferdinand Hodler – Aleksandr Dejneka – Neo Rauch (nur noch bis 13. Mai 2012), Louise Bourgeois. Passage dangereux (bis 17. Juni 2012) und Paul Wunderlich. Das frühe lithographische Werk (bis 27. Mai 2012).
Müde Helden. Ferdinand Hodler – Aleksandr Dejneka – Neo Rauch
nur noch bis 13. Mai 2012
Im Mittelpunkt der Ausstellung Müde Helden steht die Entwicklung der Utopie des ‚Neuen Menschen‘ im 20. Jahrhundert. Im Werk von Ferdinand Hodler (1853–1918), Aleksandr Dejneka (1899-1969) und Neo Rauch (*1960) wird die Geschichte dieses Ideals wie in einem Brennspiegel gebündelt reflektiert. Das Schaffen des international anerkannten, führenden Malerstars der Leipziger Schule, Neo Rauch, wird in der Ausstellung erstmals in einem historischen und kunsthistorischen Zusammenhang präsentiert. Zudem bietet Müde Helden die Gelegenheit, das Werk des in Russland hoch geschätzten Aleksandr Dejneka zu entdecken, der mit einer großen Anzahl wichtiger Gemälde vertreten sein wird, die noch nie in Deutschland zu sehen waren. In thematisch geordneten Bezügen zu einer großen Werkgruppe ihres modernen Vorläufers, dem Schweizer Ferdinand Hodler, erschließt sich so die historische Entwicklung vom ‚Neuen Menschen‘ um 1900 zum zeitgenössischen ‚Müden Helden‘. Die Ausstellung umfasst insgesamt über 90 Werke.
Louise Bourgeois. Passage dangereux
bis 17. Juni 2012
Die Hamburger Kunsthalle ehrt mit dieser Ausstellung die Jahrhundert-Künstlerin Louise Bourgeois (1911-2010). Aus Anlass ihres 100. Geburtstags werden Skulpturen, Rauminstallationen, Radierungen, Arbeiten aus Stoff und Tapisserien gezeigt, die in den letzten 15 Lebensjahren entstanden sind. Einige der ausgestellten Werke sind zum ersten Mal überhaupt öffentlich zu sehen. Die berühmte Maman (1999) – eine über 9 Meter hohe, überdimensionale Spinne aus Bronze, Stahl und Marmor – thront als ein zentrales Werk von Louise Bourgeois auf dem Außenplateau der Hamburger Kunsthalle. Zu den ausgestellten Exponaten gehört auch der großformatige, vierzehnteilige Radierungszyklus À l’infini (2008) aus dem Besitz des Museum of Modern Art in New York und die Passage dangereux (1997). Sie ist die größte jener käfigartigen, mit Objekten und kleinen Skulpturen gefüllten Räume aus der spektakulären Werkgruppe der so genannten Cells.
Paul Wunderlich. Das frühe lithographische Werk
bis 27. Mai 2012
Vögel inspirierten Georg Jappe sein Leben lang: Aus Beobachtungen ihrer Arten, Gesänge, Flüge und Geschichte entwickelte er ein vielschichtiges Werk in den Grenzbereichen von Bildender Kunst, Poesie und Ornithologie: »Ornithopoesie« – eine Wortschöpfung Georg Jappes. Ob am Niederrhein, im Hochgebirge, auf der Hallig, im Teufelsmoor, auf Spitzbergen oder Grönland: stets notierte er Vogelarten in ihrem – oft beschädigten – Umfeld. Die so entstandenen Vogeltagebücher bilden das Ausgangmaterial für seine großformatigen „Schreibtischblätter“ und zahlreichen Schriftzeichnungen. Gezeigt werden u. a. Künstlerbücher, großformatige Schrift- und Schreibtischblätter, Photo- und Filmarbeiten bis hin zu akustischen Werken. Zugleich gibt diese Präsentation einen ersten Einblick in die jüngst von der »Lili Fischer und Georg Jappe Stiftung« der Hamburger Kunsthalle geschenkte Werkauswahl des Künstlers.
Ausführliches Programm unter www.hamburger-kunsthalle.de
(Quelle: Presse Kunsthalle Hamburg)
