Landeszentrale für politische Bildung vergibt den Klaus-Wildenhahn-Preis 2012 an den Film „Mocracy“

Die Landeszentrale für politische Bildung hat im Rahmen der 9. Dokumentarfilmwoche Hamburg den mit 2.000,- Euro dotierten Klaus-Wildenhahn-Preis an den Filmemacher Christian von Borries verleihen. Sein Dokumentarfilm „Mocracy“ konnte sich im Wettbewerb „direkt“ gegen vier weitere politisch-thematisierte Dokumentationen behaupten und bestach durch die assoziativen Verknüpfungen von Bildsequenzen und Motiven aus Populärkultur in Verbindung mit Kapitalismus-, Herrschafts- und Demokratiekritik; „dem visuellen Chaos neuer Medienwelten wird ein Ordnungsprinzip abgerungen, das versucht, gesellschaftliche Prozesse aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen“, so die Jury des Wettbewerbs, die in „Mocracy“ eine vielversprechende Form künftiger dokumentarischer Arbeiten sieht.

Die Jury, bestand aus Dr. Rita Bake (Landeszentrale für politische Bildung), Prof. Dr. Joan Kristin Bleicher (Professorin für Medien und Kommunikationswissenschaft, Universität Hamburg) und Christian Buß (Kulturredakteur, Spiegel online).

Die Erzählstrategien der Wettbewerbsfilme hätten in diesem Jahr nicht unterschiedlicher sein können, ebenso wenig die Meinungen der Jurymitglieder, so berichten die drei Fachleute selbst.

Zwei Schulen des Dokumentarfilms seien aufeinandergetroffen: der klassische Beobachtungsdokumentarismus auf die theoretisch-kritische Reflexion digitaler Bildwelten. In dieser Konfrontation sei die Entscheidung für die Moderne gefallen und gelte der zukunftsweisenden Chance, mit dem schier unendlichen Bildmaterial des Fernsehens, des Films und der Videoplattformen, dokumentarisch kreativ tätig zu werden.

Lobend erwähnt die Jury den Film „Qu’ils reposent en révolte“ von Sylvain George, der sich eher klassischer dokumentarischer Darstellungsformen bedient und in seiner behutsamen Annäherung an den Menschen ein Gegenmodell zu „Mocracy“ darstellt. Seine Stärke liege in dem emotional eindrücklichen Plädoyer für die Menschenwürde, seiner klaren Positionierung und seiner Aufforderung zu politischem Engagement, heißt es in der Begründung.

„Mocracy“ wird am Dienstag, 17. April 2012, um 20.00 Uhr, im Kino 3001, nochmals gezeigt.

(Quelle: Pressestelle des Senats)

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