Auf Beschluss der Bezirksversammlung Wandsbek hat das Bezirksamt als erster Bezirk einen eigenen Inklusionsbeirat eingerichtet. Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff hat am vergangenen Freitag die 23 Mitglieder des Inklusionsbeirates offiziell in ihr Ehrenamt berufen. Der Beirat soll die Interessen von Menschen mit Behinderungen im Bezirk aktiv vertreten und so zu einer behindertengerechten Kommunalpolitik beitragen. Er ist Gesprächspartner der Bezirksversammlung und der Bezirkverwaltung und gibt Hilfestellung bei der Planung von Bauvorhaben und in Belangen der sozialen Stadtentwicklung.
Außerdem dient er dem Erfahrungsaustausch zwischen den verschiedenen Behindertenorganisationen im Bezirk und als Anlaufstelle für Menschen mit Behinderungen. Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff sagte: „Alle Menschen sollen die Möglichkeit haben, am gesellschaftlichen Leben in vollem Umfang teilzunehmen. Der Bezirk Wandsbek macht heute einen großen Schritt auf dem Weg, Barrieren einzureißen.“
Die stellvertretende Vorsitzende der Bezirksversammlung Wandsbek, Cornelia Stoye, hat in einem Grußwort die Gründe erläutert, weshalb die Bezirksversammlung im Januar 2012 für die Einrichtung des Beirates votiert hat: „Rund acht Prozent der Menschen in Hamburg haben eine anerkannte Schwerbehinderung. Diese Zahl wird mit dem demografischen Wandel weiter ansteigen und somit auch die Notwendigkeit, die Interessen von Menschen mit Behinderungen stärker zu berücksichtigen“. Cornelia Stoye beendete ihre Ansprache mit den Worten: „Inklusion ist erst dann gelungen, wenn man nicht mehr darüber sprechen muss.“
15 Mitglieder des Inklusionsbeirates haben selbst Beeinträchtigungen, sind Angehörige oder Interessenvertreter. Ihre Erfahrungen sind ein wesentlicher Bestandteil für die erfolgreiche Arbeit des Inklusionsbeirates. Acht Mitglieder sind Gremienvertreter und Leistungsanbieter und stellen so die Vernetzung zu wichtigen Kooperationspartnern her.
Gast der Berufungsveranstaltung war auch die Hamburger Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen, Ingrid Körner. Sie wünschte den Mitgliedern des Beirates in ihrem Grußwort Glück, Ausdauer und vor allem den Mut, das anzusprechen, was ihnen wichtig sei. „Wandsbek ist der erste Bezirk, der einen Inklusionsbeirat einrichtet. Das ist einfach bahnbrechend!“, so Ingrid Körner, die sich auch über die große Vielfalt freute, die sich in der Zusammensetzung des Beirates widerspiegele.
Nachdem Bezirksamtsleiter Ritzenhoff den Mitgliedern ihre Berufungsurkunden überreicht hatte, kam der Beirat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Die Mitglieder haben einstimmig beschlossen, dass eine vierköpfige Arbeitsgruppe eine Geschäftsordnung erarbeitet. Diese soll dann in der nächsten Sitzung am 6. November 2012 verabschiedet und anschließend der oder die Vorsitzende gewählt werden.
(Pressestelle Wandsbek Hamburg)
