Die Kunsttischlerin Hendrike Farenholtz erhält den Karl-Schneider-Preis 2011 der Freien und Hansestadt Hamburg. „Ihr erstaunliches Wissen nicht nur um die Geschichte des europäischen Möbels ermöglicht es ihr, neue ungewöhnliche Formen zu entwickeln und damit zugleich den berühmten Satz „form follows function“ auf eine höchst individuelle und überzeugende Weise neu zu interpretieren“, so die Begründung der Jury.
Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler: „Es freut mich außerordentlich, dass Frau Farenholtz, deren Werk sich durch gestalterisch-handwerkliche Virtuosität auszeichnet, mit dem Karl-Schneider-Preis geehrt wird. Aus dem Meer der Massenprodukte und kurzlebigen Trends ragen ihre in unaufgeregter Beständigkeit gefertigten Möbel wie Leuchttürme heraus.“ Die Kultursenatorin wird den Preis am 11. November 2012 im Museum für Kunst und Gewerbe überreichen. Dort wird im Anschluss auch eine Ausstellung mit Arbeiten Farenholtz´ zu sehen sein.
Die 1956 in Hamburg geborene Hendrike Farenholtz entwirft und baut seit über 20 Jahren Möbel. Die international renommierte Kunsttischlerin verbindet in ihren maßgeschneiderten Entwürfen ungewöhnlich profunde Kenntnisse der handwerklichen Traditionen und kulturelles Wissen mit zeitgenössischen Lösungen. Aus dieser Symbiose entstehen ebenso minimalistische wie komplexe Möbelskulpturen mit einem oftmals überraschenden Innenleben.
Der von Senat und Bürgerschaft 1985 gestiftete Preis ist mit 7.500 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre verliehen. Der Preis geht an Künstler, die im Bereich der angewandten Kunst arbeiten, in Hamburg oder in der näheren Umgebung leben und deren Werke Auszeichnung verdienen.
Frühere Preisträger waren u.a. der Fotograf Hans Hansen, die Designer Rolf Heide und Peter Schmidt, die Bühnenbildnerin Katja Haß und der Schriftdesigner Jovica Velkovic. Die Laudatio zur Preisverleihung hält Dr. Heinz Liesbrock, Direktor des Josef Albers Museums Bottrop.
(Senat Aktuell Hamburg)
